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e-learning

SERVICE

In der heutigen Zeit ist der Computer für Schüler und Schülerinnen einerseits und - langsam aber sicher - auch für die jungen und jung gebliebenen Lehrer und Lehrerinnen - ein wesentlicher Faktor für die Datenbeschaffung geworden. Schnell, einfach und bequem lassen sich fast kostenlos Informationen für die Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsnachbereitung aus der ganzen Welt besorgen.

Electronic learning (oder e-Learning oder eLearning) ist die Art von Unterrichtung, wo das Medium der Unterrichtung der Computer und die Computertechnologie ist. Es findet in den meisten Fällen keine personenbezogene Interaktion statt. E-learning wird abwechslungsreich in einer Vielfalt von Lernumgebungen eingesetzt. So machen nicht nur Firmen davon zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter Gebrauch, sondern auch in Ländern wie Australien bedient man sich des Internets, um Schüler an einem entfernten Ort des Landes zu erreichen. Selbst Universitäten lassen ihre Studenten on-line studieren.

Die Umsatz der weltweiten e-learning Industrie wird mittlerweile auf 40 Millionen Euro geschätzt, wovon allerdings nur 20% in der EU gemacht wird.

Die alte Pädagogik hat nicht ausgedient, sie wird nur durch das Unvermeidliche ergänzt: der Computer bahnt sich als Lernpartner zunehmend seinen Weg. Aber Stift und Papier werden weiterhin gebraucht.

Der Schritt in die Zukunft bei unserem Konzept besteht darin, dass der Schüler und die Schülerin - sofern erwünscht - seine bzw. ihre Arbeit kontrollieren lassen kann.

Der Schüler und die Schülerin kann ohne festen Stundenplan und ohne jegliche zeitliche Beschränkung zusätzlich zu seinen oder ihren Unterrichtsverpflichtungen ein Pensum erledigen, sich gezielt auf eine Klassenarbeit oder Kursarbeit vorbereiten und nach getaner Arbeit seine oder ihre Form überprüfen lassen. Er und sie erhält also quasi "Nachhilfe" über das Internet. Durch e-mail wird sichergestellt, dass ein Kontakt zwischen Schüler und Lehrer möglich sein kann.

Das Ziel dieser Seiten ist es also, vor allem Schülern und Lehrern mit unserem e-learning - Konzept eine elektronisch gestützte Hilfe des Vorbereitens und Lernens zubieten.

Das Repertoire ergänzt sich wöchentlich. Wenn Sie den kostenlosen Newsletter abonnieren, dann erhalten Sie automatisch Nachricht über die aktuellen Veränderungen. Kontinuierliches web-basiertes Lernen soll auf diese Weise sicher gestellt sein.

Schüler können via e-mail ihre Lösungen zu den Grammatikübungen und Klassen- bzw. Kursarbeiten einschicken. Sie erhalten die korrigierten Arbeiten schnellst möglich, u. U. auf Wunsch auch positiv korrigiert und mit Kommentaren versehen zurück.

Es werden zunächst Klassen- und Kursarbeiten zu verschiedenen Themenbereichen aus Grammatik, Literatur und Landeskunde für Englisch und Französisch ins Netz gestellt, z. T. auch on demand den individuellen Bedürfnissen sowohl der einzelnen Lehrkraft als natürlich auch des einzelnen Schülers angepasst gegen eine kleine Spende für einen wohltätigen Zweck konzipiert. Auf diese Art und Weise kann in enger Zusammenarbeit das jeweils just in time notwendige Wissen angeboten werden.

Eine 100 % Verbindlichkeit der Korrektur muss - weil Lehrerinnen und Lehrer, wie viele von ihnen meinen, unanfechtbare Primadonnen sind - allerdings auch aus rechtlichen Gründen - ausgeschlossen bleiben.

Zur Korrektur und Behandlung von Schülerfehlern sind uns - wie wir meinen - zwei ausgezeichnete Aufsätze im Netz aufgefallen.


Reinhold Wandel, "I really wonder how they know that it is wrong! - Zum Problem des hyperaktiven Rotstifts bei der Korrektur von Klassenarbeiten und Klausuren

Bei einer Lehrerfortbildung im baden-württembergischen Donaueschingen legt der muttersprachliche Dozent den versammelten Kolleginnen und Kollegen eine Oberstufenklausur vor - mit der Bitte um Korrektur der sprachlichen Richtigkeit. Die Rotstifte werden gezückt und schwirren über das Papier der Schülerarbeit. Bei der gemeinsamen Auswertung pendelt die angestrichene Fehlerzahl zwischen 8 und 24. "No", sagt der 'native speaker', "no mistake at all; it's perfect English."
Dies mag übertrieben wirken, ist es aber nicht. Die deutsche Englischlehrerschaft - zumindest ein Gutteil davon - scheint von einem merkwürdigen Virus befallen zu sein: Fehler werden akribisch aufgespürt, wo keine sind. Korrektes und idiomatisches Englisch wird als Verstoß gegen sprachliche Richtigkeit markiert und sanktioniert. Und auch Wendungen und Konstruktionen, die vielleicht nicht immer elegant sein mögen, innerhalb des muttersprachlichen Unterrichts in Großbritannien oder den USA jedoch höchstens als 'stilistisch ungeschickt' interpretiert würden, finden vor der normativen Hyperkorrektheit vieler neuphilologischer Studienräte keine Gnade.
Die Englischlehrerin meines Sohnes legt in einer Klassenarbeit für den sechsten Jahrgang eine Einsetzübung vor, in der die Schüler die Differenz zwischen some und any und deren Zusammensetzungen unterscheiden müssen. Also: Put in some, something, somebody, any, anything, anybody. Mein Sohn schreibt den Satz: I cannot see anyone - statt: I cannot see anybody. Da jedoch anyone anscheinend noch nicht gelernt war (und auch nicht als Einsetz-Variante vorgegeben war), wird mit fettem Rot hier ein Fehler notiert.
Da wird in einer Klausur der Ausdruck In comparison to Pinter's play... als Fehler markiert; es müsse IN COMPARISON WITH heißen. Eine Schülerin schreibt in einem Aufsatz zu Nordirland: The IRA must return their weapons...
Falsch! 'RETURN' gilt als Wortfehler. Und - raten Sie bitte! - was ist in folgendem Satz falsch? There are several reasons why the main character of the story keeps telling lies... In der Korrektur einer Abitur-Klausur wurde 'KEEP' als falsches Wort rot angestrichen. Ich frage mich wirklich: Was bringt uns Englischlehrer dazu, völlig einwandfreies Englisch als falsch darzustellen? Ist es unsere professionelle Spürhundnase, die gedrillt ist, überall Fehler zu wittern?
Ist es unsere Korrekturgrundhaltung,die zunächst einmal dem Schüler unterstellt, dass er Fehler machen muß? Sehen wir zu schnell und - vor allem - zu gern rot? Ist es mangelnde eigene Sprachkompetenz? Oder ist es jene permanente, zermürbende Konfrontation mit schlechtem oder unidiomatischem Englisch, das uns dann schließlich dazu bringt, daß wir selbst richtigen Sprachgebrauch verdammen?
Von einigen Kollegen weiß ich, daß sie in schriftlichen Arbeiten konsequent noch den Gebrauch der kontrahierten Formen isn't, can't, won't als Regelverstoß monieren und bestrafen. Da wird - streng der consecutio temporum folgend - das Plusquamperfekt nach der Konjunktion after eingeklagt. Ein Satz wie - After he left home, he met a friend - gilt somit als falsch, obwohl, wie mir mehrere Linguisten versicherten, zumindest im amerikanischen Englisch der Gebrauch des past tense heutzutage die 'üblichere' Variante ist. Ausdrücke und Wendungen wie You better stay at home oder between you and I oder a well person, die etwa in der grundlegenden deskriptiven Comprehensive Grammar of the English Language schon seit zwei Jahrzehnten als akzeptabel eingestuft werden, gelten im deutschen EFL-Klassenzimmer als Frevel und Mißbrauch.
Dabei ist es wahrlich keine pädagogische Tugend, an Antiquiertem festzuhalten und den deutschen Englischunterricht zum normativen Hort eines überkommenen Sprachgebrauchs zu machen. Wir sollten neugierig und begierig sein, neue Entwicklungen in der Fremdsprache aufzugreifen und sie in unser eigenes Sprachverhalten aufzunehmen. (Eine gelungene und anregende Übertragung dieses deskriptiven Grammatikdenkens auf den Schulbedarf leisten die von der Berliner Senatsverwaltung für Schule schon 1991 herausgegebenen "Empfehlungen zu Korrektur und Bewertung der sprachlichen Richtigkeit von Abiturarbeiten im Fach Englisch.)
Der Sprachgebrauch verändert sich, Korrektheitsfragen unterliegen einem Wandel; doch viele deutsche Englischlehrerinnen und -lehrer scheinen dies nicht wahrhaben zu wollen. Professor Quirk und seine Kollegen, die für die erwähnte Grammatik verantwortlich zeichnen, haben den Begriff der "divided usage" eingeführt. Darunter versteht man "new competing forms", die gleichwohl von "educated native speakers" akzeptiert werden. Und es ist an der Zeit, daß auch im deutschen EFL-Klassenzimmer diese "divided usage" wahr und angenommen wird. Korrektheit ist eben keine immerwährende, ewig gültige Norm, sondern konstituiert sich aus dem "what the majority of educated native speakers accept as correct in a given situation at a given point in time".
Da ich früher an einem privaten (kirchlichen) Gymnasium unterrichtete, war ich bei jedem Abiturjahrgang mit einem externen Zweitkorrektor konfrontiert, und jedesmal begann bei der Diskussion der Klausuren ein Hauen und Stechen und Feilschen. Dabei ging es kaum um Probleme des Inhalts und Stils; selten wurden auf diesen Ebenen Einwände gegen meine Notenvorschläge vorgebracht.
Knallhart hingegen wurden übersehene oder angeblich nicht geahndete Verstöße gegen die grammatische Richtigkeit gerügt. Nun ist es sicher so, daß wir bei einer Korrektur fast immer ein paar eindeutige Fehler ( z.B. spelling) übersehen. Hauptsächlich aber richtete sich die Kritik der Zweitkorrektoren gegen Konstruktionen und Wendungen, die ich als akzeptabel oder verbesserungswürdig  ("better") kennzeichnete, jedoch nicht als FALSCH einstufte.
Hier ein paar Beispiele, die als "fehlerwürdig" angesehen wurden:
In the beginning..... (statt 'at'; doch "in the beginning" liest man inzwischen allenthalben.)a uniform in the school colours PREP It could be sometimes rather boring.... WOKrebs tried to live a normal life again as he did before the war. CON There are some exceptions such as the analysis beginning in line 21 for example. WO 'for example'He tells him that he has been injured in the war and a lot of other lies. CON (Normatives Denken, wie es bei diesem Korrekturverhalten deutlich wird, läßt nur eine beschränkte Anzahl sprachlicher Varianten und Ausdruckmöglichkeiten zu; alles andere ist zunächst einmal suspekt. Und alles, was irgendwie nach 'Germanismus' riecht, gilt per se als falsch.)In den vielen Jahren dieser Auseinandersetzungen habe ich nicht einen einzigen Zweitkorrektor erlebt, der mich darauf aufmerksam gemacht hätte, daß ich einige von mir angestrichene - angeblich fehlerhafte - Wendungen oder Ausdrücke doch unbeanstandet lassen könnte. Niemals wurde ich darauf hingewiesen, in diesem oder jenem Fall doch eine größere Fehlertoleranz walten zu lassen.Wer also mehr Fehler findet und festhält, gilt als der bessere, strengere, kompetentere Korrektor. Dabei könnte sich doch dieses Konkurrenzverhältnis leicht ins positive Gegenteil verkehren lassen. Bei der Wetteiferei sollte es nicht darum gehen, möglichst viele Fehler anzustreichen. Nein, als kompetenter und souveräner müßte derjenige Korrektor gelten, der über eine möglichst große Vielfältigkeit und Bandbreite an sprachlichen Varianten verfügt und diese auch anerkennt. Wenn ich mir jedoch die lange Liste der Zweitkorrektoren vor Augen führe, dann erscheint mir der neuphilologische Studienrat (und sein weibliches Pendant) in seinem Korrekturverhalten als eine wenig tolerante, an einer normativen Grammatik ausgerichtete, relativ unflexible Persönlichkeit, deren Sinn und Trachten sich danach richtet, in den Klausuren und Klassenarbeiten ihrer Schüler möglichst viele Fehler aufzuspüren und zu ahnden.Da werden - "hyperaktiv" - eindeutige Verstöße gegen die Orthographie (z.B. moths statt months) zur Lexik gerechnet und, statt mit einem halben, nun mit einem GANZEN Fehler bestraft. Da schreibt 'in der Hitze der Klausur' eine Schülerin 49mal das Wörtchen WAS richtig, und wenn sie einmal das 'a' ein bißchen undeutlich läßt, .... schon ist das ein Spelling-Fehler. In dubio pro reo darf zwar als grundlegendes Prinzip im Gerichtshof gelten; bei der Korrektur von Klausuren und Klassenarbeiten findet es keine Anwendung.Immer wieder erfahre ich auch, daß Kollegen bei der Rückgabe von Klassenarbeiten oder Klausuren Diskussionen über lexikalische oder grammmatische Fehler mit der Klasse ablehnen. Schüler, die Begründungen für einen beanstandeten Verstoß gegen die sprachliche Norm verlangen, werden abgewiesen; für solche Detailfragen sei keine Zeit. Dabei wäre gerade hier eine Möglichkeit, die jungen Menschen zu motivieren, ein lexikalisches oder grammmatisches Nachschlagewerk zu nutzen, um ihre Argumentation zu stützen oder zu belegen. Wo könnte man besser und "wirklichkeitsnäher" den Gebrauch von Lexika und Grammatiken lernen als in dieser konkreten Situation? SchülerInnen sollten ermutigt werden, nachzufragen und Begründungen zu verlangen. Das "Wegstreichen" von Fehlern und, daraus abgeleitet, eine mögliche Verbesserung des Fehlerquotienten und der Note für die sprachliche Richtigkeit sind kein Zeichen von Unvermögen und Unsicherheit, sondern Ausdruck von Souveränität und Ernstnehmen der Schülerpersönlichkeit.Für mich ist es äußerst aufschlußreich mitzuerleben, wie unsere muttersprachlichen Lektorinnen an der Universität Magdeburg die Klausuren der Studierenden korrigieren und bewerten. Da werden selbstverständlich Verstöße gegen sprachliche Normen angestrichen. Da werden natürlich Fehler und Ungereimtheiten im morphologischen und syntaktischen Bereich beanstandet. Aber es geht hauptsächlich darum, ob der Verfasser das, was er ausdrücken will, auch ausdrücken kann; es geht um Verständlichkeit. Stilistische Unebenheiten, "verquere" Wendungen werden zur Kenntnis genommen; doch "Sanktionen" erfolgen zumeist (erst) dann, wenn die Intentionen des Verfassers nicht versprachlicht werden können. Verwirklichung von Sprechabsichten und Inhaltlichkeit spielen also hier bei der Bewertung von Textproduktionen eine wesentlich wichtigere Rolle als bei uns deutschen Korrektoren, von denen manche getrost nach dem Motto verfahren und bewerten: You may write whatever you like - as long as you write it correctly. Was jedoch den Bereich der sprachlichen Richtigkeit betrifft, wirkt diese "muttersprachliche" Korrektur toleranter, als dies im Fach Englisch am Gymnasium der Fall ist. Als ich unserer amerikanischen Lektorin ein paar von deutschen Englischlehrern korrigierte Oberstufenklausuren vorlegte, stellte sie fest, daß da eine ganze Reihe von Ausdrücken und Konstruktionen als Fehler angestrichen sei, die sie nie beanstanden würde. Seufzend meinte sie: I really wonder how they know that it is wrong.(Und in Stephen Speights bewährten Kolumnen "Would you have marked it wrong?", die jetzt auch unter dem Titel Right or Wrong als Buch erschienen sind, heißt es immer wieder: A correction is not  necessary. Oder: I wouldn't regard the student's expression as beyond the bounds of acceptability.)

Quelle: http://www.wpvins.de/news/news_02.htm


Karl Heinz Opper, Vorschläge zur Modifizierung von Fehlerbewertung und Fehlergewichtung im Englischen

Seit Jahren dümpeln die Durchschnittsergebnisse niedersächsischer Abiturprüfungs- arbeiten um die 7 Punkte herum und liegen damit unter den Werten, die in anderen Fächern erzielt werden und unter den Ergebnissen von Englischarbeiten in anderen Bundesländern. Dass Letzteres nicht auf eine mindere Kompetenz niedersächsischer Schülerinnen und Schüler zurückzuführen ist, haben bilaterale Vergleiche mit anderen Bundesländern gezeigt. Diese Vergleiche und der Einblick in die Prüfungsanforderungen anderer Bundesländer offenbaren, dass es nirgends ähnlich strenge Anforderungen für die englische Abiturprüfung gibt wie in Niedersachsen. Das gilt vor allem für den Aspekt der sprachlichen Bewertung. Das eine oder andere Kriterium der im Folgenden noch einmal ins Gedächtnis gerufenen niedersächsischen Anspruchspalette gibt es auch anderswo, nirgends aber trifft den Prüfling die geballte Ladung restriktiver Bestimmungen so massiv wie bei der niedersächsischen Abiturprüfung im Fach Englisch:
FI-Tabelle mit dem Grenzwert 5,0 von mangelhaft zu ungenügendganze Fehler für alle lexiko-syntaktischen Verstöße halbe Fehler nur für orthographische und interpunktorische Verstöße Sperrklausel, nach der eine Arbeit nicht mit mehr als 3 Punkten bewertet werden darf, wenn einer der Bereiche Inhalt, AV oder SR ungenügend ist (in der Praxis tritt dieser Umstand ausschließlich im SR-Bereich ein). Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass unter diesen Umständen 0 Punkte im SR-Bereich schnell erreicht sind und dass in der Regel die Werte für Inhalt und AV über den jeweiligen SR-Werten liegen. Zur Zeit werden die RRL für das Fach Englisch in der Sekundarstufe II überarbeitet. Es ergibt sich dabei der paradoxe Tatbestand, dass die neuen RRL sich an den weiterhin verbindlichen alten EPA orientieren sollen. Um beide wenigstens ansatzweise kompatibel zu machen, ist es nötig, die EPA zumindest in einzelnen Bereichen zu modifizieren. Bevor ich Vorschläge zu maßvollen Änderungen in den EPA mache, möchte ich an Hand einiger authentischer Beispiele aus der diesjährigen Abiturprüfung zeigen, dass man auch unter den bestehenden Bedingungen die SR-Werte senken kann, und zwar

1) durch eine sachgerechte Ahndung von Verstößen im Gr- und A-Bereich:
Die Wendung "One of the comic reliefs ..." wird zu Recht moniert und in "One example of comic relief ..." verbessert. So weit, so gut. Wenn nun aber - wie geschehen - ein Fehler für das fehlende "example", ein weiterer für das überflüssige "the" und ein dritter für die Pluralform "reliefs" berechnet werden, führt sich die Korrektur selbst ad absurdum. Der einzige Fehler, den der Prüfling gemacht hat, ist, dass er "relief" als countable angesehen hat und den Ausdruck auf dieser Basis folgerichtig konstruiert hat. Also ein Gr-Fehler! In dem Teilsatz "... who has prepared the corpse of Mary" wurde ein Fehler für den nicht benutzten 's-Genitiv und ein weiterer für den vom Prüfling folgerichtig gebrauchten bestimmten Artikel gegeben. Hier - falls überhaupt - ein A-Fehler! 2) durch eine sachgerechte Gewichtung mit halben R-Fehlern statt ganzer Gr- oder W-Fehler:
Die Schreibweise "l. 17 - 25" (o.ä.) statt "ll. 17 - 25" wird in vielen Arbeiten gar nicht beanstandet, in anderen dagegen als ganzer Gr-Fehler gewichtet. Da es sich bei dieser Abkürzung (bei "line 17 - 25" mag die Sache anders gesehen werden) um eine orthographische Konvention handelt, ist ein halber R-Fehler angemessen. Um orthographische Konventionen geht es immer bei der Setzung bzw. Nicht-Setzung eines Apostrophs: "Oliver's ideas", "It's obvious", "Ireland and its green pastures". Fehler in diesem Bereich sollten prinzipiell mit halben R-Fehlern geahndet werden. 3) durch das Akzeptieren amerikanischer Syntax, Lexik und Orthographie:
Wendungen wie "Like I said,..." oder "It seems like it's going to be..." sind im AE üblich und auch im informellen BE immer häufiger anzutreffen. Als Wertung wäre bestenfalls ein AV- zu tolerieren, nicht aber ein ganzer Gr- oder A-Fehler. Das Gleiche gilt für einen Satz wie "He tells about the situation of African-Americans", der in dieser Form - also ohne Personalobjekt - im AE als völlig normal gilt. Amerikanische Lexik (faucet, vacation etc.) sollte prinzipiell, also auch in einem ansonsten britischen Kontext, akzeptiert werden. Analog ist amerikanische Orthographie zu behandeln (traveled, fulfills, center, program, dialog etc). Alles bisher Gesagte ist vereinbar mit den Bestimmungen der EPA in ihrer jetzigen Form. Darüberhinaus möchte ich für die Einführung des halben Fehlers in den lexiko- syntaktischen Bereichen plädieren, in denen die Normen und Standards weniger fest fixiert sind als Schullexika und Schulgrammatiken es (aus guten Gründen im Basislehrgang!) vermitteln oder in denen Varianten des BE - durchaus in einem standardisierten Rahmen - Sprachformen erlauben, über die nicht jeder durch das Tagesgeschäft belastete Lehrer ständig informiert sein kann:

1) Bei den Präpositionen gibt es mehr Grenzfälle bzw. Varianten, als man gemeinhin annimmt.
Zum Beispiel wird die hierzulande generell als falsch eingeschätzte Wendung "typical for" von vielen educated native speakers als akzeptabel eingestuft. Der Satz "I'm waiting on my friend" ist Standard Irish English. Ich schlage vor, präpositionelle Verstöße grundsätzlich mit einem halben Fehler zu belegen, es sei denn, die Verwendung (oder Nicht-Verwendung) einer Präposition führt zu inhaltlichen Falschaussagen, wie z.B. bei den Differenzierungen zwischen "look for" und "look after" oder "search sb" und "search for sb".

2) Da die Grenzen zwischen simple und progressive forms sich immer mehr verwischen - im amerikanischen und irischen Englisch mit einem Hang zur progressive form - schlage ich für den nach schulgrammatischen Normen nicht gerechtfertigten Gebrauch der progressive form (nicht aber der simple form!) einen halben Fehler vor. Dadurch würden m.E. nicht mehr gerechtfertigte Fehlerzuweisungen in Sätzen wie "Lame Deer is using a simile" oder "The text is dealing with race relations" abgefedert.
3) Auch bei der Stellung der Adverbien im Satz hat die Sprachentwicklung Schulgrammatik und gängige Korrekturpraxis weit hinter sich gelassen.
In dem Satz "Unemployment still is an important aspect..." sehe ich gar keinen Fehler mehr, und auch Adverbien vor direkten Objekten sind in Originaltexten keine Seltenheit. Auch hier ist mein Vorschlag, "falsch" gesetzte Adverbien generell mit einem halben Fehler zu belegen, solange die Aussage eindeutig ist. Eine Anwendung der im ersten und zweiten Teil dieses Aufsatzes vorgeschlagenen Kriterien hätte die Fehlerzahl in einigen mir vorgelegten Arbeiten - auch bei Gegenrechnung der übersehenen Fehler - um bis zu 25% reduziert. Ich habe mich bewusst auf diese wenigen Ansätze für halbe Fehler beschränkt, weil in ihnen eine gewisse Systematik möglich ist - mit allen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen, die bei sprachlichen Phänomenen immer geboten sind. Eine Systematik wäre ganz ausgeschlossen bei andernorts üblichen Ansätzen für halbe Fehler: bei Verstößen gegen "weniger gebräuchliche Lexik" oder "weniger frequente grammatische Strukturen". Hier sind m.E. der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet. Wohlgemerkt, es handelt sich bei den hier gemachten Vorschlägen um Kriterien, die entweder kompatibel mit den FPA in ihrer bestehenden Form sind oder nur geringfügige Veränderungen der dort niedergelegten Verbindlichkeiten notwendig machen würden. Eine erheblich weiter gehende Reform der EPA (und aller anderer Bewertungsvorgaben) wird ohnehin spätestens dann erfolgen müssen, wenn die vom Europarat und der KMK angedachte Entwicklung sprachlicher Bewertungsverfahren zu greifen beginnt. Oberstes Ziel der Fehlerkorrektur wird dann sein, die Lernenden nicht nur nicht zu demotivieren, sondern - im Gegenteil - zum Fremdsprachenlernen zu motivieren.

Quelle: Fachverband Moderne Fremdsprachen, Landesverband Niedersachsen, Mitteilungsblatt, Jahrgang 14, Heft 2, Oktober 1999, S. 22-26

 

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